Unser Schutzgebiet ist Teil eines Weltnetzes von UNESCO-Biosphärenreservaten, deren Vertreter sich immer wieder austauschen.
Im Abstand von mehreren Jahren lädt die UNESCO seit 1995 in jeweils wechselnde Länder ein, wo sich Vertreter zahlreicher UNESCO-Biosphärenreservate treffen, austauschen, gegenseitig beraten und die Entwicklung in den verschiedenen Gesellschaften der Länder in Beziehung setzen zu ihren Schutzgebieten.
Auch deutsche Biosphärenreservate nehmen daran teil. Bereits zum zweiten Mal fand ein solches Treffen 1995 in Sevilla statt. Dr. Henne, der damalige Leiter des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, vertrat dort Brandenburg, ebenso wie in Madrid beim Folgetreffen im Jahr 2008. In Sevilla wurde die „Sevilla-Strategie“ beschlossen, in Madrid entstand der „Madrid-Action-Plan“. Diese Papiere tragen dazu bei, dass die Entwicklung der Biosphärenreservate weltweit ihren Kurs auf nachhaltige, natur- und sozialverträgliche Entwicklung beibehalten und die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Ländern in ihre Arbeit einbeziehen.
Das jüngste Treffen fand in Lima, der Hauptstadt von Peru, statt, wo neben anderen deutschen Vertretern der Leiter des brandenburgischen Biosphärenreservates Spreewald, Dr. Eugen Nowak, teilnahm. Auch dort wurde ein richtungweisender „Aktionsplan von Lima“ in Anpassung an die Fortentwicklung der Geschicke der Menschheit weltweit verabschiedet. Diese Prozesse machen deutlich, dass deutsche Biosphärenreservate keineswegs unabhängig arbeiten, sondern im Verbund und in Übereinstimmung mit internationalen, immer wieder neu angepassten Richtlinien für diese bedeutenden UNESCO-Schutzgebiete.
Broschüre „Der Mensch und die Biosphäre (MAB) – Umsetzung des UNESCO-Programms in Deutschland“
„Der Aktionsplan von Lima für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ und dessen Weltnetz der Biosphärenreservate enthält einen umfassenden, aber knapp gefassten, auf die wirksame Umsetzung der MAB-Strategie 2015 bis 2025 abzielenden Maßnahmenkatalog, wie er vom internationalen Koordinierungsrat des MAB-Programms (MAB ICC) auf dessen 27. Sitzung (UNESCO Paris, 8. bis 12. Juni 2015) verabschiedet und von der UNESCO-Generalkonferenz auf ihrer 38. Sitzung (UNESCO, Paris, 3. bis 18. November 2015) bestätigt wurde.
Sowohl die MAB-Strategie 2015 bis 2025 als auch der Aktionsplan von Lima 2016 bis 2025 sind Ausdruck der Kontinuität der Strategie von Sevilla und der Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate (WNBR) und bauen auf den Ergebnissen der Evaluierung der Umsetzung des Aktionsplans von Madrid für Biosphärenreservate (2008 bis 2013) auf.“
Zur Lima-Strategie wird kurz ausgeführt:
MAB-Strategie 2015 bis 2025
Die MAB-Strategie sieht vor, dass in den nächsten zehn Jahren vorrangig Mitgliedstaaten und Akteure durch das MAB-Programm gefördert werden, die
- die Biodiversität erhalten, die Ökosystemleistungen wiederherstellen und stärken, die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen begünstigen;
- zu nachhaltigen, gesunden und gerechten Gesellschaftsformen, Volkswirtschaften sowie zu florierenden Wohn- und Siedlungsbereichen im Einklang mit der Natur beitragen;
- die Wissenschaften im Bereich Biodiversität und Nachhaltigkeit sowie Bildungsarbeit in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und den Kapazitätsaufbau fördern und
- die Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels und andere Aspekte der globalen Umweltveränderungen unterstützen.
Das MAB-Programm wird die aus Wissenschaft und Bildungsarbeit im Bereich Nachhaltigkeit gewonnene Erfahrung nutzen und fortschrittliche, offene und transparente Wege der Kommunikation und Informationsweitergabe nutzen. Durch
- die Verbesserung von Steuerungsstruktur (Governance), Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb des MAB-WBNR-Systems,
- den Aufbau von erfolgreichen externen Partnerschaften, die eine langfristige Funktionsfähigkeit sicherstellen und
- die Anwendung eines wirksamen und regelmäßig stattfindenden Überprüfungsprozesses, der allen am Netzwerk Beteiligten die Regeln und Normen vorgibt, soll als eines seiner Hauptziele sichergestellt werden, dass das Weltnetz der Biosphärenreservate aus gut funktionierenden Modellen für nachhaltige Entwicklung besteht.
Das Gesamte ist auch als gedruckte Broschüre verfügbar und kann bestellt werden – kostenlos – beim
BMU, Referat N I 2, Postfach 12 06 29, 53048 Bonn
oder Bestellung per E-Mail: NI2@bmu.bund.de
oder Download der Publikation: www.bmu.de/publikationen
