Pressemitteilung zur Gründungsveranstaltung

24. Februar 2026

Wir sind Biosphäre – Gründung einer Bürgerinitiative

Das Kulturhaus Heidekrug in Joachimsthal war mit rund 200 Interessierten bis auf den letzten Platz gefüllt, als letzten Freitag über das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gesprochen wurde. Anlass sind Diskussionen über eine Novellierung der Schutzgebietsverordnung im Umweltministerium und im Kuratorium.
Zu Beginn sprachen Prof. Michael Succow und Prof. Matthias Freude, beide Mitbegründer des Nationalparkprogramms der DDR und der brandenburgischen Großschutzgebiete, per Video Grußworte. Sie äußerten sich beide besorgt, dass das „Tafelsilber des Naturschutzes“ aus der Wendezeit nun angegriffen würde und die über drei Jahrzehnte erfolgreiche Arbeit im Biosphärenreservat zum Schutz der einzigartigen Landschaft und zur Entwicklung eines harmonischen Miteinanders von Mensch und Natur in Frage gestellt werde. Damit trafen sie wohl auch den Nerv der meisten Anwesenden.
In Diskussionsbeiträgen wurde herausgestellt, dass sich hier die größte zusammenhängende Bio-Anbauregion Mitteleuropas entwickelt hat, dass die Dörfer trotz zahlreicher Modernisierungen ihren Charakter weitgehend erhalten haben und die einzigartige Naturausstattung jedes Jahr Besucher aus nah und fern anzieht. Auch die hohe Lebensqualität und der große Erholungswert des Gebietes wurden in Wortmeldungen hervorgehoben.
Natürlich gab es auch kritische Stimmen von Vertretern kommunaler Verwaltungen. Insbesondere der Schutz der Pflasterstraßen und Schwierigkeiten bei Baugenehmigungen, sowohl von Häusern wie von Stegen, wurden diskutiert. Ihnen wurde entgegen gehalten, dass die wenigsten der Probleme tatsächlich mit der Verordnung des Biosphärenreservats zu tun hätten, sondern in Landes- und Bundesgesetzen lägen.
Im Angesicht aktueller Veränderungen gesetzlicher Regelungen könnte eine Aufweichung des Schutzes des Landschaftsschutzgebietes im Biosphärenreservat, dass drei Viertel der Gesamtfläche ausmacht, Tür und Tor öffnen für eine Zersiedelung und den kaum noch regelbaren Bau von Solaranlagen im Freiland und später auch Windkrafträdern. Damit wäre auch der Status als von der UNESCO anerkanntes Schutzgebiet ernsthaft in Gefahr.
Wenn eine Novellierung der Verordnung tatsächlich erfolgen soll, so wurde gefordert, sollten das Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin darin verankert werden und das gesamte Gebiet als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen werden. Diese und andere Forderungen und Wünsche sind in einer Petition zusammengestellt, die bereits an dem Abend von vielen unterzeichnet wurde.
Im Anschluss an die öffentliche Debatte gründeten etwa 50 Teilnehmer eine Bürgerinitiative „Wir sind Biosphäre“. Ein vierköpfiger Sprecherrat wurde gewählt und die nächsten Aktivitäten festgelegt.

Hartmut Lindner und Dr. Michael Egidius Luthardt, Sprecher der BI

Voll besetzt: Großes Interesse an der Informations- & Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative „Wir sind Biosphäre!“ am 20. Februar 2026 im Heidekrug in Joachimsthal