Auf dieser Internetseite finden Sie Informationen über die Bürgerinitiative „Wir sind Biosphäre!“ und über den aktuellen Stand der geplanten Novellierung der Schutzverordnung des UNESCO-Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin.
Der Anlaß
Die Landschaft im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist von außerordentlicher Schönheit. Entstanden nach der letzten Eiszeit in Europa, wurde sie über Jahrtausende hinweg durch die Hand des Menschen geformt und verändert.
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Stets dünne Besiedlung, schwierige Wirtschaftsbedingungen und der Widerstand der weiträumig wilden Natur erlaubten die Veränderungen durch den Menschen nur in Anpassung an die vorhandenen Bedingungen. Unsere Vorfahren schufen eine charaktervolle Kulturlandschaft von historisch einmaligem Wert, mit noch immer viel Raum für eine überaus reiche Tier- und Pflanzenwelt.
Das war es der UNESCO wert, ihr Gütesiegel dafür zu geben. Unser Biosphärenreservat ist Teil des Programms der UNESCO „Man and Biosphere“. Dieses schützt Gebiete, in denen Menschen einvernehmlich und modellhaft mit den natürlichen Gegebenheiten leben und wirtschaften. Weltweit gibt es in 140 Staaten 784 solche Gebiete – wir gehören dazu.
Dass dies möglich wurde, ist neben vielen weitsichtigen Naturschützern der politischen Wendezeit auch dem Willen der damaligen in Verantwortung stehenden Politiker zu verdanken.
Sie haben mit einer ausführlichen Verordnung, die durch Übernahme in den Einigungsvertrag auch Gültigkeit unter bundesdeutschen Bedingungen besitzt, für dauerhaften Schutz gesorgt. Damit bleibt die Landschaft erhalten und ihre natur- und sozialverträgliche, nachhaltige Nutzung wurde gesichert.
Grund zur Sorge
Mit dem politischen Wandel hat sich über die Jahre auch der politische Wille zu Erhalt, Entwicklung und Förderung des Biosphärenreservates verändert. Nicht mehr Nachhaltigkeit und Behutsamkeit im Umgang mit ererbten Werten, sondern erleichterter Zugriff auf das zur Verfügung Stehende ist die gegenwärtige Maxime der Bundes- und Landespolitik.
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Naturschutz soll durch eine neue Gesetzgebung nachrangig werden. Bisher war das Biosphärenreservat mit seiner wertvollen historischen Kulturlandschaft zu 78 % der etwa 1.300 km² umfassenden Fläche durch die Schutzverordnung vor Zersiedlung und weiterem Flächenverbrauch geschützt. Das soll jetzt geändert und das Schutzgebiet zu gleichen Bedingungen wie in ganz Brandenburg genutzt werden. Einen ersten Schritt dazu bildete das „Verwaltungs-Vereinfachungsgesetz“ vom Juli 2025. Es ermöglicht Bauvorhaben, die 300 m über bisherige Siedlungsränder hinausgehen, und die Umwidmung von Bauernland in großflächige Anlagen für erneuerbare Energien.
Unser Ziel ist es dagegen, die einmalige Landschaft des Biosphärenreservates außerhalb der Ortschaften von Bebauung, Windrädern und Freiflächen-Voltaikanlagen freizuhalten und stattdessen die Gewinnung erneuerbarer Energie auf Dächern und Parkplätzen zu fördern. Erhaltung und Pflege von Pflasterstraßen, einem inzwischen seltenen kulturellen Erbe, stehen in der bisherigen Schutzverordnung festgeschrieben. Dieser Schutz soll jetzt ebenfalls „aus Kostengründen“ aufgehoben werden. Unser Ziel ist dagegen Erhalt der Pflasterstraßen und ein spezielles Förderprogramm zur Umsetzung.
Was wir tun können
Einen Ausverkauf der über viele Jahrhunderte entstandenen, gepflegten und Identität stiftenden Werte wollen wir nicht hinnehmen. Deshalb gründeten wir eine Bürgerinitiative und verfassten eine Petition.
Wir wollen Hintergründe und Motive für das Vorgehen von Politik und Behörden beleuchten und Klarheit in die Vorgänge bringen (→ unsere Strategie). Die Petition wird dem Landesparlament vorgetragen. Jeder und Jede kann sich darüber hinaus an Bürgermeister oder Bürgermeisterin und Amtsdirektor oder Amtsdirektorin wenden und Fragen zum Stand der Neufassung der Biosphärenreservats-Schutzverordnung stellen.
Die Neufassung der Verordnung darf
nicht über unsere Köpfe hinweg erfolgen!
Wir fordern vor einer Novellierung:
- eine gründliche Analyse der Stärken und Schwächen der Verordnung hinsichtlich der Erreichung der Schutzziele,
- eine Beschreibung der Regelungslücken der Verordnung für eine positive Entwicklung des Biosphärenreservats,
- einen Abgleich mit den Zielen und Kriterien des Man-and-Biosphere-Programmes der UNESCO und den Ergebnissen der letzten UNESCO-Evaluierungen,
- eine umfassende Beteiligung der im Biosphärenreservat lebenden Menschen.
„Landschaft, insbesondere hochwertige, intakte ist nicht vermehrbar. Tun wir alles, um sie zu erhalten, den Fortbestand ihrer Schönheit, Nützlichkeit und Lebensfülle zu sichern. Sie ist ein immer knapper werdendes Gut, dessen Wert für Mensch und Natur weiter steigen wird!“
Prof. Dr. Michael Succow, 2011
Es geht uns alle an.
Wer die schöne Landschaft des Biosphärenreservates erhalten will,
bringt sich ein!




Zur Strategie der Bürgerinitiative
Das Ziel der BI ist klar, es geht um die Vermeidung der Absenkung des Schutzniveaus des Biosphärenreservats, vor allem in der Schutzzone 3 (rund drei Viertel der Fläche des Biosphärenreservats), wie in der Petition an den Landtag und die Landesregierung dargestellt.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wir haben einige Fragen rund um die geplante Novellierung der Schutzverordnung gesammelt und beantwortet. Hier geht’s zu den FAQ…
Unterzeichne unsere Petition!
Hier gibt es unsere Petition in Papierform samt Unterschriftenliste zum Download sowie den Link zur Online-Petition:
Veranstaltungen
Aktuelles
15.4.26: Filmemacher Andres Veiel im Deutschlandfunk Kultur zu den Gefahren der Novellierung der Schutzverordnung
14.3.26: Interview mit Martin Flade im Deutschlandfunk Kultur zum Thema „Muss der Naturschutz sich neu erfinden?“. Darin geht es u.a. auch um die aktuelle Situation im Biosphärenreservat.
11.3.26: Anfrage Bürgersprechstunde Kreistag Barnim – mit Antwort des Landrats D. Kurth
8.3.26: Derzeit läuft wieder die Ökofilmtour – Brandenburgisches Festival des Umwelt- und Naturfilms mit sehr interessantem Programm an ca. 70 Spielstätten in Brandenburg – und auch in der Region des Biosphärenreservats (u.a. HNE Eberswalde, Chorin, Joachimsthal).
Filme mit anschließenden Diskussionsrunden mit namhaften Experten zu interessanten Themen, die auch auf unser Biosphärenreservat anwendbar sind.
20.2.26: Informationsveranstaltung/Gründung der Bürgerinitiative
Hier finden Sie unsere Pressemitteilung zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative:
27.1.26: Brief des UNESCO-Clubs an die Präsidentin der UNESCO-Kommission
Die aktuelle Verordnung des Biosphärenreservats
Hier kann die derzeit gültige Verordnung vom 12. September 1990, geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 19. Mai 2014, des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin abgerufen werden:
Evaluierungsbericht
Über den Zustand des Biosphärenreservats wurde 2022 ein umfangreicher Bericht erstellt, der die Entwicklung der letzten 10 Jahre untersucht.

